Kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials CRMs) wie Kupfer, Mangan, Kobalt, Seltene Erden, Lithium, Graphit, Platinmetalle und andere sind für die Energiewende und die digitale Transformation von entscheidender Bedeutung. Während die weltweite Nachfrage nach diesen Materialien voraussichtlich steigen wird, ist ihre Verfügbarkeit aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage gefährdet. Die Schweizer Industrie ist stark von Importen von Halbfertigprodukten und Komponenten abhängig, die CRMs enthalten, wie z.B. Magnete, Batterien und Computerchips.
Die Schweiz verfügt derzeit über keine heimische Bergbau- oder Verarbeitungsindustrie für Metallerze oder CRMs. Nach dem aktuellen geologischen Kenntnisstand gibt es in der Schweiz keine bedeutenden CRM-Vorkommen, die in naher Zukunft wirtschaftlich relevant sein könnten. Einige CRM-haltige, meist kleinere Metallerzvorkommen wurden bis in die 1960er Jahre abgebaut. Regionale geologische Untersuchungen haben Vorkommen in einigen Regionen lokalisiert und bewertet, aber das derzeitige Verständnis ist dadurch eingeschränkt, dass in der Vergangenheit keine landesweiten Explorationsprogramme in koordinierter Weise durchgeführt wurden. Ein spezielles Prospektionsprogramm für CRM steht derzeit nicht auf der nationalen Agenda.
In Zusammenarbeit mit der Landesgeologie (Bundesamt für Landestopografie swisstopo) haben wir die wichtigsten Datensätze und Literaturquellen zu primären und sekundären CRM-Lagerstätten in der Schweiz ausgewertet. Unsere Analyse fasst die Explorations- und Abbaugeschichte zusammen und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der geologischen Kenntnisse über natürliche CRM-Vorkommen in der Schweiz (siehe beispielsweise Fig. 1). Das Potential für die Gewinnung von CRMs aus sekundären Quellen wird ebenfalls bewertet. Eine räumliche Analyse und geologische Interpretation von Hunderten von primären CRM-Vorkommen auf der Grundlage des Rohstoffinformationssystems (RIS) zeigt potentiell günstige geologischen Bedingungen auf (Fig. 2). Diese stellen die vielversprechendsten Ziele für weitere Untersuchungen oder neue Entdeckungen dar.
Der Projektbericht «Critical Raw Materials in Switzerland – A review» kann hier runtergeladen werden.


